Glückwünsche im Minutentakt

Lausitzer Rundschau, 24.10.2011

Doberlug-Kirchhain Der Zeitplan für die Geburtstagsfete der Schlossberg-Musikanten gerät am Samstag schon recht zeitig aus den Fugen. Glückwünsche und Geschenke im Minutentakt von Fans zum 25. Jubiläum für Andreas Bergener uns seine Blasmusikanten sind der Grund. Neun Kapellen überbrachten sie in der Stadthalle Doberlug-Kirchhain mit musikalischer Visitenkarte.

Wer an zwei Tagen nacheinander die Stadthalle Doberlug-Kirchhain füllen kann, muss schon sehr beliebt sein. Autokennzeichen von EE über OSL, LDS bis hin zu Potsdam füllen die Parkplätze noch in angrenzenden Straßen. Knapp 600 Fans füllen das Haus am Samstag zum Stelldichein der Musikkapellen. Die meisten von ihnen und noch mehr kommen am Sonntag ein zweites Mal zum eigentlichen Jubiläumskonzert der „Schlossis“ unter dem Motto „Aus Liebe zur Musik“ und zum Auftritt von Guido Henn mit seiner „Goldenen Blasmusik“. Über das Wohl aller Gäste wachen die Einsatzkräfte vom DRK-Ortsverband Doberlug-Kirchhain.

Roswitha Peking und Monika Scheibe aus Finsterwalde feierten vor fünf Jahren beim 20. Jubiläum in Sonnewalde auch schon mit. „Wir lieben diese Musik und den Tanz“, sagen sie und bedauern, dass diesmal nicht mehr jüngere Leute in der Halle sind. Natürlich sind die treuen Fans aus der Heimat Sonnewalde gekommen. Helga Ziecke aus Kleinkrausnik und Hannelore Schollbach aus Schönewalde gehören zur 14-köpfigen Truppe, die jeden Sonntag zu Blasmusikveranstaltungen fährt. Manchmal bis zu 60 Kilometer weit. Dabei haben sie Werner und Anita Donath aus Bollensdorf bei Dahme kennengelernt. „Wir tanzen jeden Tanz – drei Stunden lang“, sagt Werner Donath und wischt sich den Schweiß von der Stirn. „Und schaffen jedes Jahr durchtanzte Schuhe zum Schuster“, ergänzt seine Frau.

Gerda Strauch aus Kemlitz bei Dahme sowie Petra Meier und Barbara Babbe im Dirndl aus Luckau freuen sich auf die musikalische Vielfalt der gratulierenden Kapellen. Die Wehnsdorfer, Falkenberger, Schliebener und Niewitzer Blasmusikanten, das Wodka-Trio, die Big Band Bad Liebenwerda, die Antonius Musikanten, die Elbaue Musikanten und No Name aus Uebigau sind dabei.

Aber auch die Schlossberg-Musikanten selbst – der Jüngste ist Richard Bergener (15) am Schlagzeug, der Älteste Heinrich Biskup (58) aus Meißen mit der Tuba – bleiben ihren Fans nichts schuldig. Am Schlagzeug sitzt seit zwei Jahren der erste Wessi – Peter Esser aus Pforzheim, inzwischen wohnt er in Berlin. Werner Biskup (45) aus Caputh bei Potsdam verstärkt seit einem reichlichen Jahr die Kapelle. Die Biskup-Brüder waren Berufsmusiker beim Stabsmusikkorps Berlin und haben bei den Schlossberg-Musikanten ihre neue musikalische Heimat gefunden. (Heike Lehmann)

Lausitzer Rundschau, 24.10.2011