Vize-Krone für die Schlossberg-Musikanten

Lausitzer Rundschau, 27.09.2008

Finsterwalde Andreas Bergener und seine Schlossberg-Musikanten haben erstmals um die "Krone der Blasmusik" gespielt.

Der Wettbewerb für Amateurblaskapellen wurde beim 11. Sächsischen Landeserntedankfest in Oschatz vom Sächsischen Blasmusikverband e. V. ausgetragen. Die 18 Orchestermusiker aus Finsterwalde erspielten sich auf Anhieb den zweiten Platz.
Sechs Orchester durften musikalisch gegeneinander antreten. "Wir waren die einzigen ,Ausländer’", so Andreas Bergener. "Die anderen fünf kamen alle aus Sachsen." Der Wettbewerb gliederte sich in zwei Teile. Ein 20-minütiger Jury-Vortrag mit der "Tatra-Polka" als Pflicht-Titel durfte nur instrumental erfolgen – "ohne Netz und doppelten Boden", erklärt Bergener schmunzelnd. "In der Jury saßen ein Musikwissenschaftler aus Leipzig, der Landesmusikdirektor aus Baden-Württemberg, das mit die höchste Kapellendichte in Deutschland hat, und ein Vertreter vom tschechischen Blasmusikverband", berichtet Bergener.
Im zweiten Teil war die Gunst des Publikums mit einem freigewählten 30-minütigen Programm zu erobern. "Das war für uns kein Problem. Die Leute waren total begeistert", meint Bergener. Am Ende mussten sich die Schlossberg-Musikanten nur der sorbischen Blaskapelle Horjany, die das dritte Mal in Folge gewann, geschlagen geben. Das aber motiviert die Musiker um Andreas Bergener nur noch mehr, im nächsten Jahr die Krone selbst mit nach Hause zu nehmen.
Mit dieser Wettbewerbsteilnahme habe man auch eine Art "Erfolgskontrolle" gesucht, erklärt Bergener. "Die Jury hatte für uns viel Lob und nur wenig Kritik. Das hilft uns bei der Selbsteinschätzung", so der Chef. Nebeneffekt war, dass sich in Oschatz sofort Veranstalter gemeldet haben, die die Schlossberg-Musikanten engagieren wollen. Der nächste Auftritt in Sachsen folgt schon am Tag der deutschen Einheit. Am kommenden Freitag spielt die Truppe von Andreas Bergener beim 8. Blasmusikfest in Wilsdruff. (Heike Lehmann)

Lausitzer Rundschau, 27.09.2008